Die Klinikgruppe Dr. Guth

betreibt vier Kliniken in Norddeutschland mit rund 850 Mitarbeitern.

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Kardiologische Rehabilitationsklinik als Akademisches Lehrkrankenhaus anerkannt

24. März 2006

Mit Beginn des Sommersemesters 2006 ist die Curschmann-Klinik, Rehabilitationskrankenhaus für Kardiologie, Angiologie und Diabetologie, als bundesweit erste kardiologische Rehabilitationsklinik als Akademisches Lehrkrankenhaus anerkannt. Bereits im April 2006 werden die ersten Studierenden der Medizinischen Fakultät der Universität zu Lübeck ihr praktisches Jahr in der Rehabilitationsklinik beginnen.

 

Die Basis für die Anerkennung als Akademisches Lehrkrankenhaus ist eine bereits seit Jahren bestehende und zunehmend enger werdende klinische Zusammenarbeit mit der kardiologischen und herzchirurgischen Klinik des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Lübeck. Darüber hinaus entwickelte sich eine wissenschaftliche Zusammenarbeit mit dem Institut für Sozialmedizin der Universität auf dem Gebiet der Rehabilitationswissenschaften, so dass bereits seit 3 Jahren das Blockpraktikum "Sozialmedizin" in der Curschmann-Klinik stattfindet. Des weiteren sind Dozenten der Curschmann-Klinik seit 2 Jahren auch an der Vorlesungsreihe "Klinische Rehabilitationsmedizin" beteiligt. Die Anerkennung als Akademisches Lehrkrankenhaus war daher eine konsequente und folgerichtige Weiterentwicklung der bereits vor Jahren eingeleiteten und stetig weiter entwickelten klinischen und wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit der Medizinischen Fakultät der Universität zu Lübeck.

Gefördert wurde dieser Prozess durch die 9. Revision der Approbationsordnung, die bereits am 01.10.2003 in Kraft getreten ist. In dieser Revision wurde der Bereich der Rehabiliationsmedizin in den Lernzielkatalog aufgenommen. Daher bietet die neue Approbationsordnung erstmals die Möglichkeit, bereits im Medizinstudium die Inhalte der Rehabilitation entsprechend ihrer Bedeutung nach der internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit und Behinderung (ICF) der WHO und entsprechend des Sozialgesetzbuches IX umfassend und praxisnah allen Studierenden zu vermitteln.

Diese formale Änderung der Approbationsordnung sollte unbedingt von den Rehabilitationskliniken aufgegriffen und mit Leben gefüllt werden. Vor dem Hintergrund, dass die prognostische Bedeutung lebensstiländernder Maßnahmen in vielen Studien an Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen belegt wurde, sollten die kardiologischen Rehabilitationskliniken ihre Expertise in der multiprofessionellen und multimodalen Therapie dieser Erkrankungen offensiv nach außen tragen und eine möglichst enge Verzahnung mit den Akutkliniken anstreben. Gerade im Zeitalter der DRG bedingten Verweildauerverkürzungen, ist eine evidenzbasierte medikamentöse Sekundärprävention sowie die Einleitung lebensstiländernder Maßnahmen nach Koronarintervention und nach Bypassoperation in den Akutkliniken nur schwer möglich.

Die Anerkennung einer Rehabilitationsklinik als Akademisches Lehrkrankenhaus bedeutet auch, die Rehabilitationsmedizin auf gleiche Augenhöhe mit der Akutmedizin zu heben und damit der in den Rehabilitationskliniken geleisteten hoch professionellen Arbeit des interdisziplinären Teams die notwendige Wertschätzung nach außen zukommen zu lassen. Damit ist ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung auf eine gleichberechtigte Zusammenarbeit zwischen Akut- und Rehabilitationsmedizin getan, zu dem weitere Rehabilitationskliniken ermutigt werden sollten.

 

PD Dr. med. B. Schwaab (Chefarzt)